🐗 Pseudowut einfach erklärt

Hund oder Katze hatte Kontakt zu Wildschwein?

Die Aujeszky-Krankheit, auch Pseudowut genannt, ist eine Viruskrankheit der Haus- und Wildschweine. Für Menschen gilt sie nach aktuellem Wissensstand nicht als gefährlich. Für Hunde und Katzen kann eine Infektion nach Schwarzwildkontakt dagegen tödlich enden. Deshalb gilt: Abstand halten, kein rohes Schwarzwild füttern, Kontakte vermeiden und bei Verdacht sofort tierärztlich handeln.

Wichtig: Hunde und Katzen von Wildschweinen, Wildschweinkadavern, Aufbruch, Blut, Speichel, Organen und rohem Schwarzwildfleisch fernhalten.

Das Wichtigste in einem Satz

Aujeszky ist für Menschen nach derzeitigem Wissensstand ungefährlich, aber für Hunde und Katzen eine akute Gefahr, wenn sie Kontakt zu infiziertem Schwarzwild oder rohem Schweine- beziehungsweise Wildschweinfleisch hatten.

Menschen: kein typisches Risiko

Die Krankheit ist nicht mit echter Tollwut gleichzusetzen. Menschen gelten nach aktuellem Wissensstand nicht als empfänglich.

Hunde und Katzen: ernst nehmen

Bei Hunden und Katzen verläuft die Infektion in der Regel tödlich. Eine Behandlung oder Impfung für Hunde steht nicht zur Verfügung.

Hauptproblem: Schwarzwildkontakt

Gefährlich sind direkter Kontakt, Bisskontakt, Speichel, Blut, Organe, Aufbruch und rohes Fleisch von Wildschweinen.

So verhältst du dich im Verdachtsfall

Diese Schritte sind für Laien, Finder und Melder gedacht. Sie helfen, ruhig und richtig zu handeln.

Wenn dein Hund oder deine Katze Kontakt zu Schwarzwild hatte

Tier sichern und Kontakt beenden Hund anleinen, Katze sichern. Kein weiterer Kontakt zu Wildschwein, Kadaver, Blut, Speichel, Organen, Aufbruch oder Fleisch.
Nichts füttern und nichts ablecken lassen Kein rohes Schweinefleisch, kein Wildschwein, keine Innereien, kein Aufbruch. Auch keine verschmutzten Gegenstände ablecken lassen.
Tierarzt sofort telefonisch kontaktieren Vorher anrufen, Situation schildern und sagen, dass Schwarzwildkontakt oder Aufnahme von rohem Wildschweinmaterial möglich war.
Fundort und Kontakt möglichst genau notieren Ort, Uhrzeit, Art des Kontakts, sichtbare Spuren und Verhalten des Tieres dokumentieren. Fotos nur aus sicherem Abstand.
Bei Wildschweinkadaver zuständige Stelle informieren Fund nicht anfassen und nicht entfernen. Zuständige Behörde, Veterinäramt, Polizei oder Jagdausübungsberechtigte informieren.

Mögliche Warnzeichen bei Hund oder Katze

Symptome können an Tollwut erinnern. Entscheidend ist: Bei Verdacht nicht abwarten, sondern sofort tierärztlich Rücksprache halten.

Verhalten

  • plötzliche Unruhe oder Wesensveränderung
  • starke Erregung, Angst oder Teilnahmslosigkeit
  • Futterverweigerung

Körperliche Zeichen

  • massiver Juckreiz, häufig am Kopfbereich
  • Speicheln, Schluckbeschwerden oder Würgen
  • Erbrechen, Krämpfe oder Lähmungserscheinungen

Nach Kontakt besonders kritisch

Verdächtig ist die Kombination aus Schwarzwildkontakt und rasch auftretenden neurologischen oder ungewöhnlichen Symptomen.

Wenn du ein totes oder krankes Wildschwein findest

Für Finder zählt vor allem: Abstand, keine Berührung, klare Meldung.

✅ Richtig

  • Abstand halten.
  • Hund sofort anleinen.
  • Fundort merken oder GPS-Standort speichern.
  • Foto nur aus sicherem Abstand machen.
  • Behörde, Veterinäramt, Polizei oder Jagdausübungsberechtigte informieren.

⛔ Nicht tun

  • Kadaver nicht anfassen.
  • Kein Tier daran schnuppern, lecken oder fressen lassen.
  • Keine Teile, Knochen, Fell, Blutspuren oder Gegenstände mitnehmen.
  • Kadaver nicht wegziehen, abdecken oder umlagern.
  • Kein rohes Schweine- oder Wildschweinfleisch an Haustiere verfüttern.

Wie kann Aujeszky übertragen werden?

Der Erreger kann bei infizierten Schweinen und Wildschweinen vorkommen. Für Haustiere wird es vor allem gefährlich, wenn sie direkten Kontakt haben oder rohes Material aufnehmen.

Direkter Kontakt

Kontakt mit Wildschwein, Kadaver, Blut, Speichel, Nasensekret, Organen oder Aufbruch kann für Hunde und Katzen riskant sein.

Rohes Fleisch und Innereien

Rohes Schweinefleisch, Wildschweinfleisch oder Innereien dürfen nicht an Hunde oder Katzen verfüttert werden.

Erhitzen senkt Risiko

Für Tiere gilt trotzdem: Keine Experimente. Wer jagdlich gewonnenes Wildschwein verarbeitet, muss Haustiere konsequent fernhalten.

Häufige Fragen

Klare Antworten für typische Situationen von Hundehaltern, Katzenhaltern und Findern.

Ist Aujeszky für Menschen gefährlich?

Nach aktuellem Wissensstand gelten Menschen nicht als empfänglich. Trotzdem sollte man Wildschweine, Kadaver, Blut und Aufbruch niemals ohne Zuständigkeit oder Schutz anfassen.

Ist das echte Tollwut?

Nein. Aujeszky wird auch Pseudowut genannt, weil Symptome ähnlich wirken können. Es ist aber eine andere Erkrankung.

Kann ich abwarten?

Nein. Nach Schwarzwildkontakt und auffälligem Verhalten sollte sofort telefonisch eine Tierarztpraxis oder Klinik kontaktiert werden.

Gibt es eine Impfung für Hunde?

Nach den verfügbaren behördlichen Informationen gibt es für Hunde keine Impfung und keine heilende Behandlung.

Was sage ich bei der Meldung?

Nenne Fundort, Datum, Uhrzeit, Tierart, Zustand des Wildschweins, mögliche Kontakte von Haustieren und deine Erreichbarkeit. Je genauer die Angaben, desto besser kann die zuständige Stelle reagieren.

Kurze Merkliste für Hunde- und Katzenhalter

Diese Punkte sind besonders wichtig, wenn du in Wald, Feld, Jagdrevier oder in Schwarzwildgebieten unterwegs bist.

  • Hund in Schwarzwildgebieten kontrolliert führen und Rückruf nicht überschätzen.
  • Haustiere nicht an Kadavern, Aufbruch, Blutspuren oder Wildteilen schnuppern oder fressen lassen.
  • Kein rohes Schweinefleisch, keine rohen Innereien und kein rohes Wildschwein an Hunde oder Katzen verfüttern.
  • Nach möglichem Kontakt: Tier sichern, Ort dokumentieren, Tierarzt telefonisch kontaktieren.
  • Wildschweinkadaver melden, aber nicht anfassen oder entfernen.

Lieber einmal zu früh melden als einmal zu spät.

Aujeszky ist selten, aber für betroffene Hunde und Katzen dramatisch. Wer Schwarzwildkontakt ernst nimmt, Haustiere konsequent fernhält und Verdachtsfälle sofort meldet, schützt Tiere und unterstützt die zuständigen Stellen.

Quellen und fachliche Grundlage

Diese Seite ist eine laienverständliche Zusammenfassung. Maßgeblich bleiben die Informationen der zuständigen Behörden und die tierärztliche Einschätzung im Einzelfall.