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Reanimation bei Hunden: schnell erkennen, sofort drücken, sauber übergeben.

Dieser Onepager beschreibt ein strukturiertes Vorgehen für Tierretter bei bewusstlosen Hunden ohne normale Atmung. Ziel: Kreislaufstillstand erkennen, Herzdruckmassage beginnen, Beatmung sinnvoll einsetzen, parallel Tierarzt/Tierklinik organisieren und lebensrettende Maßnahmen ohne gefährliche Verzögerung durchführen.

Grundsatz: Keine Atmung oder nur Schnappatmung = sofort handeln.

Ein Hund mit Kreislaufstillstand hat keine Zeit für lange Kontrollen. Wenn der Hund bewusstlos ist, nicht normal atmet und kein sicherer Puls feststellbar ist, wird sofort mit Herzdruckmassage begonnen. Reanimation ersetzt keine tierärztliche Versorgung: Während eine Person reanimiert, organisiert eine zweite Person sofort Transport und Voranmeldung in der Tierklinik.

Die vier Sofort-Prioritäten

Bei Reanimation zählt klare Reihenfolge. Prüfen darf nicht zum Zögern werden.

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Erkennen

Bewusstlos, keine normale Atmung, keine Reaktion: Kreislaufstillstand annehmen.

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Drücken

100–120 Kompressionen pro Minute, Brustkorb etwa 1/3 bis 1/2 eindrücken.

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Beatmen

Ohne Tubus: 30 Kompressionen, dann 2 Atemspenden über Maske oder Schnauze.

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Übergabe

Tierklinik sofort anmelden. CPR wird auf dem Weg nicht unnötig unterbrochen.

Einsatzprotokoll für Tierretter

Dieser Ablauf ist für die Erstversorgung gedacht. Erweiterte Maßnahmen, Medikamente, Intubation und Defibrillation gehören in tierärztliche Hände.

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Eigenschutz und Lage prüfen

Vor der Reanimation wird nur so viel gesichert, wie nötig ist, damit Helfer nicht selbst gefährdet werden.

  • Verkehr, Strom, Brandrauch, Wasser, aggressive Tiere und Menschenansammlung beachten.
  • Hund auf feste, flache Unterlage bringen; weiche Sitze oder Matratzen sind für Kompressionen ungeeignet.
  • Ein Helfer übernimmt CPR, ein Helfer ruft Tierarzt/Tierklinik an und bereitet Transport vor.
  • Bei Verdacht auf Gift, Rauchgas oder Infektion: Beatmung nur mit Maske/Beatmungsbeutel, nicht Mund-zu-Schnauze.
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Kreislaufstillstand erkennen

Die Prüfung muss kurz bleiben. Eine Pulssuche darf den Beginn der Herzdruckmassage nicht verzögern.

  • Bewusstsein prüfen: Ansprechen, vorsichtig berühren, keine Reaktion?
  • Atmung prüfen: Brustkorbbewegung, Luftstrom, normale Atemzüge? Schnappatmung zählt nicht als normale Atmung.
  • Wenn geübt: Femoralpuls an der Innenseite des Oberschenkels prüfen, maximal 10 Sekunden.
  • Wenn bewusstlos und keine normale Atmung: sofort CPR beginnen, auch wenn der Puls nicht sicher beurteilt werden kann.
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Hund korrekt lagern

Die Lagerung richtet sich nach Brustkorbform und Verletzungslage. Ziel ist wirksame Kompression mit vollständiger Brustkorb-Entlastung.

  • Meist Seitenlage auf rechter oder linker Seite, Kopf und Hals gerade ausrichten.
  • Rundbrüstige Hunde: Hände über den breitesten Punkt des Brustkorbs setzen.
  • Schmal-/tiefbrüstige Hunde: Hände über den Herzbereich knapp hinter dem Ellenbogen setzen.
  • Fasstonnige Hunde wie Bulldoggen: wenn möglich Rückenlage/Sternalposition prüfen; sonst Seitenlage und effektive Kompression priorisieren.
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Herzdruckmassage durchführen

Gute Kompressionen sind der wichtigste Teil der Reanimation. Unterbrechungen müssen kurz bleiben.

  • Frequenz: 100–120 Kompressionen pro Minute.
  • Tiefe: Brustkorb etwa 1/3 bis 1/2 der Brustkorbhöhe eindrücken.
  • Nach jeder Kompression vollständig entlasten, Hände aber nicht vom Brustkorb reißen.
  • Helferwechsel etwa alle 2 Minuten, damit Kompressionen nicht schwächer werden.
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Beatmung ohne Tubus

Für Tierretter ist die sichere Beatmung über passende Maske/Beatmungsbeutel ideal. Mund-zu-Schnauze nur, wenn kein Risiko für den Helfer besteht.

  • Ohne gesicherten Atemweg: 30 Kompressionen, dann 2 kurze Atemzüge.
  • Maul schließen, Hals gerade ausrichten, Nase/Maul mit Maske dicht abdecken oder über die Schnauze beatmen.
  • Nur so viel Luft geben, bis sich der Brustkorb sichtbar hebt. Nicht mit Gewalt aufblasen.
  • Bei Beatmungsbeutel mit Sauerstoff: dicht sitzende Maske verwenden und Überdruck vermeiden.
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Wenn Atemweg gesichert ist

Intubation ist eine tierärztliche Maßnahme. Wenn ein gesicherter Atemweg durch Fachpersonal besteht, ändern sich Beatmung und Kompression.

  • Kompressionen möglichst kontinuierlich fortführen.
  • Beatmung: etwa 10 Atemzüge pro Minute, also ein Atemzug alle 6 Sekunden.
  • Atemzugdauer etwa 1 Sekunde; sichtbare Brustkorbhebnung reicht.
  • Keine Hyperventilation: zu viel Druck oder zu viele Atemzüge können die Kreislaufwirkung verschlechtern.
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Kontrollen nur kurz

CPR wird nicht ständig unterbrochen. Kontrollen erfolgen geplant und kurz.

  • Alle etwa 2 Minuten kurz prüfen: Atmung, Bewegung, Reaktion, tastbarer Puls.
  • Kontrollpause so kurz wie möglich halten; Ziel unter 10 Sekunden.
  • Bei Rückkehr von Atmung/Puls: stabil lagern, Sauerstoff geben, warm halten, sofort tierärztlich übergeben.
  • Bei erneutem Atem-/Kreislaufstillstand sofort wieder CPR starten.
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Transport unter CPR

Der Transport muss vorbereitet werden, ohne die Reanimation unnötig zu unterbrechen.

  • Tierklinik vorab informieren: Hund in Reanimation, Größe/Gewicht, Ursache, Ankunftszeit.
  • Hund auf Brett, Trage oder feste Unterlage legen, damit Kompressionen auch im Fahrzeug möglich bleiben.
  • Transport nur mit ausreichender Personenzahl; eine Person darf nicht gleichzeitig fahren und reanimieren.
  • Nach Übergabe kurze, klare Einsatzdaten nennen: Beginn CPR, Rhythmus, Atemspenden, Ursache, Auffälligkeiten.

Wichtig: Das nicht falsch machen

Die häufigsten Fehler bei Hunde-CPR sind zu spätes Beginnen, zu flache Kompressionen, zu viele Pausen und zu starke Beatmung.

✅ Richtig

  • Sofort mit Kompressionen beginnen, wenn keine normale Atmung vorliegt.
  • Feste Unterlage nutzen und Brustkorb vollständig zurückfedern lassen.
  • 30:2 bei nicht intubiertem Hund anwenden.
  • Sauerstoff über Maske/Beutel einsetzen, wenn Material und geübte Helfer vorhanden sind.
  • Tierklinik frühzeitig informieren und Übergabe vorbereiten.

🚫 Falsch / gefährlich

  • Lange Pulssuche, Diskussion oder App-Suche vor Beginn der CPR.
  • Kompressionen auf weichem Untergrund oder im Arm des Helfers.
  • Zu viele Beatmungen oder zu hoher Beatmungsdruck.
  • Maul öffnen und tief in den Rachen greifen, wenn Bissgefahr oder Fremdkörper nicht sichtbar ist.
  • Nach kurzer Besserung auf tierärztliche Kontrolle verzichten.

Übergabecheck: Diese Angaben müssen mit

Eine knappe, strukturierte Übergabe spart Sekunden. Bei Reanimation sind Zeitangaben besonders wichtig.

Startzeit CPRUhrzeit, vermutete Stillstandszeit, wann der Hund zuletzt normal war.
UrsacheUnfall, Ertrinken, Strom, Brandrauch, Vergiftung, Erstickung, unbekannt.
MaßnahmenKompressionen, Beatmung, Sauerstoff, Lagerung, Transportbeginn.
ReaktionAtmung, Puls, Bewegung, Pupillen, Erbrechen, Blutung, Krampf.
HundedatenGröße, geschätztes Gewicht, Rasse/Typ, Alter falls bekannt, Chip/Halter.
Finder/HalterName, Telefonnummer, Fundort, Unfallhergang, bekannte Vorerkrankungen.

Empfohlene Ausrüstung im Einsatzfahrzeug

Reanimation funktioniert besser, wenn Material griffbereit und trainiert ist.

🧤 Einmalhandschuhe 😷 Beatmungsmasken Hund 🫁 Beatmungsbeutel 🫧 Sauerstoffsystem 🧺 feste Trage / Brett 🧷 Fixiergurte ⏱️ Timer / Metronom 📝 CPR-Protokoll 🔦 Stirnlampe 📱 Tierklinik-Telefonliste 🦺 Warnweste 🚧 Absicherungsmaterial

Fachlicher Hinweis

Diese Seite ist ein Einsatz- und Organisationsleitfaden für Tierretter. Sie ersetzt keine tierärztliche Ausbildung, keine Intubation, keine Defibrillation und keine medikamentöse Reanimation. Inhaltlich orientiert sich der Ablauf an den RECOVER-CPR-Leitlinien 2024 für Hunde und Katzen sowie an veterinärmedizinischen Notfallquellen. Die Evidenzlage für Hunde und Katzen ist in Teilen begrenzt; konsequente, früh begonnene Basic-Life-Support-Maßnahmen bleiben dennoch der entscheidende Erstschritt.